Die Schweinzmühle im Ahorntal

Geografisches

sw_01_grDie Schweinzmühle liegt im Städtedreieck Bayreuth – Bamberg – Forchheim, im Herzen der Fränkischen Schweiz. Der Weiler ist ein Ortsteil der Gemeinde Ahorntal mit dem Hauptort Kirchahorn (Rathaus mit Tourist-Information). Ahorntal gehört zum Landkreis Bayreuth im Regierungsbezirk Oberfranken (Bayern).

Das Ahorntal ist eine der bezauberndsten Gegenden der Fränkischen Schweiz: Zum einen das weite beschauliche Ahorntal, zum anderen Felsungetüme, die das Ailsbachtal überragen. Ruhige, landschaftlich sehr reizvolle markierte Wanderwege laden zum Erkunden der idyllischen Gegend ein. Im Ailsbach mit seinen Mäandern ist eines der größten Bachmuschelvorkommen zu finden. Das Ahorntal verwöhnt mit herzhafter fränkischer Küche und süffigen Bierspezialitäten aus den ansässigen Brauereien.

rabeneckUnser Anwesen befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Burg Rabenstein, Falknerei, Sophienhöhle und Klaussteinkapelle. Viel zu sehen und zu erleben gibt es auch in unseren Nachbargemeinden Waischenfeld, Pottenstein, Gößweinstein und Wiesenttal.

Wanderwege und Kletterrouten liegen direkt vor der Haustür. Auf dem großflächigen Grundstück finden Sie Erholung im Schatten der Bäume, auf der Liegewiese, am Ufer der Forellenteiche oder beim Beeren oder Pilze Sammeln im angrenzenden Wald.

Unsere Highlights:
neideckViele Naturschönheiten, bizarre Felsformationen, Naturdenkmäler, romantische Flusstäler, seltene Pflanzenwelt, Burgen und Höhlen, Wandern, Klettern, Radeln, Mountainbiking auf herausfordernden Strecken, Fliegenfischen, Kultur und Brauchtum voller Lebendigkeit, Sommerkonzerte und -theater, liebenswerte Traditionen, preiswerte Gastronomie, zahlreiche Brauereien und sonnige Biergärten, herzliche Menschen, fränkischer Humor.

Historisches und Wissenswertes

Die Schweinzmühle ist eine der zahlreichen Mühlen in der Fränkischen Schweiz. Sie liegt am Beginn des Ahorntals, an der Straße, die von Behringersmühle über Oberailsfeld und Neumühle nach Kirchahorn führt, in die Gegend der Sophienhöhle, der Klaussteinkapelle und der Burg Rabenstein. Geologisch gesprochen liegt die Schweinzmühle an einem bemerkenswerten Punkt: Hier ist die wilde Romantik des Ailsbachtales, wie man sie von Behringersmühle ab genossen hat, zu Ende; die Dolomitfelsgebilde bleiben zurück, das Tal weitet sich, die Berghänge werden niedriger.

Die Schweinzmühle kann auf eine jahrhundertealte Vergangenheit zurückblicken. Sie war ein Lehen der Ritter von Rabenstein, die fast sechs Jahrhunderte hindurch auf der nahen Burg Rabenstein gehaust haben und denen auch die benachbarten Rittergüter Rabeneck, Kirchahorn, Weiher und Adlitz gehörten.

sw_02_grAls im Jahre 1635 die Waischenfelder die Burg Rabenstein belagerten und sie teilweise zerstörten, musste auch die Schweinzmühle dran glauben, sie ging in Flammen auf. Später freilich mussten sie die Waischenfelder wieder aufbauen, Mühle und Burg. Die Schweinzmühle blieb dann Rabensteinisch bis zum Erlöschen dieses ruhmreichen Rittergeschlechtes im Jahre 1742. Besitznachfolger wurde eine Familie Reibenspies, die aber nur wenige Jahre auf der Mühle hauste. Nach ihr zog eine Familie Hohe als Besitzerin auf der Schweinzmühle auf, die fast 150 Jahre auf diesem Anwesen blieb, bis zum Jahre 1893.

Dann erhielt die „Schweinz“, wie die Einheimischen die Schweinzmühle gewöhnlich zu nennen pflegen, einen neuen Besitzer in der Person des Georg Schäfer. Dieser blieb Eigentümer des Anwesens bis zum Jahre 1922, dann zog Georg Leibinger als Müller und Landwirt auf der Schweinzmühle auf; unter ihm wurde der Mühlenbetrieb 1933 eingestellt.

Seine Frau Kunigunde, geborene Schäfer, erwarb das Anwesen von ihrem Onkel Georg Schäfer, der zusammen mit seiner Frau Barbara das Austragshäuschen des Anwesens bezog. Den Austräglern hat der Verkaufserlös nicht mehr viel eingebracht. Aufgrund der Währungsreform konnten sie das Geld nur noch gegen eine Brotzeit tauschen.

In der 500 Jahre alten Geschichte der Schweinzmühle wechselten nicht nur die Besitzer, auch die Namensgebung änderte sich mehrmals. Wurde die 1509 entstandene Mahl- und Schneidemühle in einer Urkunde aus dem Jahre 1520 unter ihrem ersten Besitzer Hans Mulner „Sweynczmüll“ genannt, so erfolgte bereits 1536 die nächste Erwähnung mit „Schweiniczmul“ und knapp ein Jahr später schreibt man noch „Schweintzmule“. Fast eineinhalb Jahrhunderte später, 1671 – 1674 heißt die Ortsbezeichnung bei Geburtseintragungen „Müller auf der Schweinitz“. Im Jahre 1692 erscheint dann die heute von Amts wegen offiziell gebräuchliche Schreibweise „Schweinsmühle“.

(Quelle: A. Sieghardt, P. Wenzel, G. Zeilmann)

Schweinzmühle mit „s“ oder „z“, das ist hier die Frage

Eine Diskussion um den „richtigen“ Ortsnamen war im Jahre 1997 entbrannt, nachdem das ursprüngliche Ortsschild „Schweinzmühle“ durch ein neues Schild „Schweinsmühle“ ersetzt worden war. Diese Schreibweise erweckte bei uns, den Bewohnern des Weilers, und bei Nachbarn und Kennern des Ahorntales großes Erstaunen. Diese Umbenennung wollten wir nicht so ohne weiteres hinnehmen und wandten uns an die Behörden, u. a. auch mit einer Petition an die Abgeordneten des Bayerischen Landtags. Daraus entwickelte sich eine Auseinandersetzung, die sich in Leserbriefen in der örtlichen Presse widerspiegelte:

Unser Nachbar, Studiendirektor a. D. Georg Zeilmann vom Rabenstein, schrieb:

„Der Leserbrief „Schweinsmühle mit „s“ – das ist keine Frage“ von Peter Wenzel in der KURIER-Ausgabe vom 18./19.Mai 1997 erweckt bei unbefangenen Lesern den Eindruck, dass es keinen Zweifel an der Schreibweise der Schweinzmühle mit „s“ geben könnte, bei näherem Hinsehen werden schnell die Schwachstellen der Argumentation deutlich.

Die im Leserbrief zitierten Fakten sind mir bekannt. Sie sind zum großen Teile aus dem Buch „Wissenswertes über das Ahorntal“ von H. B. Hofmann und G. A. Strobel (1973) herausgelesen, die sich, korrekterweise, auf A. Sieghardt und J. Pfanner berufen. Kenntnislücken zeigen sich am Beispiel der Angaben über die Familie Hohe, die laut P. Wenzel erst 1797 auftritt. Diese mit Ausrufezeichen versehene Angabe ist falsch. In einem Taufmatrikeleintrag vom 4. Februar 1763 wird bereits der Müller Martin Hoë geführt, die Betonung liegt auf dem e, weil die Familie hugenottisch-französischer Abstammung ist, und in der Heiratsmatrikel vom 8. September 1773 findet sich der Eintrag: Johann Georg Hohe Müllern auf der SchweinzMühle…mit Barbara Seyfertin…copuliert.

Auch der Hinweis des P. Wenzel auf die „s“-Schreibung in den Landkarten trifft so nicht zu. In der ersten farbigen Kartendarstellung des Ahorntales von 1718 (Planslg des Staatsarchivs Bbg Nr. 1173) mit dem Titel „Kurzer Begriff des so benannten Ahornthals…“ wird die Schweinzmühle mit „z“ geschrieben.

Aufgrund intensiver Beschäftigung mit der „Kirchahorner Pfarr-Matrikel, enthaltend die Geburts-, Trauungs- und Sterberegister“ von 1645 bis 1996, steht fest, dass in dem genannten Zeitraum bei allen Anlässen die zur Debatte stehende Schweinzmühle von allen Pfarrherrn, ob Rabensteiner oder königlich-bayerischer Bestallung, ausschließlich mit „z“ geschrieben wird.

Die Kirchenbücher repräsentieren sehr wohl die Sprachentwicklung über die Jahrhunderte hinweg, da dort die im Leserbrief aufgeführten Ortschaften Adlitz und Christanz bereits ab 1693 in der heute geläufigen Form geschrieben werden, während man die Schweinzmühle konstant mit „z“ schreibt.

Es ist nicht nachvollziehbar, warum im bayerischen Ortsnamenverzeichnis von 1904 die „s“-Schreibung erscheint, wenn 1830 in den Ländern des Deutschen Bundes gesetzgeberische Maßnahmen getroffen wurden, die den Bürger zur Führung eines Namens in bestimmter Schreibweise mit Benennung des Herkunftsortes verpflichteten. Der Sinn und Zweck war, aufmüpfige Professoren, Studenten und Bürger besser überwachen zu können. Auf diese Weise kam es schon damals zu einer Festigung, praktisch zu der heutigen Schreibweise der Orts- und Personennamen.

Als historisch authentisch sind aus meiner Sicht einzig die Pfarrbücher von Kirchahorn und die Sekundärliteratur anzusehen, da die Kirche bis 1875 die Aufgabe eines Standesbeamten erfüllt. Kein Forscher begründet seine Vorliebe für die „s“-Schreibung, kein Gewährsmann des P. Wenzel hat einen Blick in die Kirchenbücher geworfen.

So beurkunden und attestieren die Ämter und Behörden fast ohne Ausnahme auch nach 1904 in der herkömmlichen Schreibweise die Schweinzmühle mit „z“, nachgewiesen an Johann Georg Leibinger, geb. 1924, gest. 1992: Geburtsurkunde, Taufschein, Schulzeugnisse, Heiratsurkunden, Wehrpass, Führerschein, Sterbeurkunde, dazu notarielle Verträge von 1962 bis 63, alle Dokumente tragen die „z“-Schreibweise, auch der Personalausweis des Sohnes Günther, ausgestellt am 14. Februar 1992.

Wer die an und für sich richtige Schreibung der Schweinzmühle in Augenschein nehmen will, begebe sich nach Zauppenberg. Dort steht am Ortsende auf dem amtlichen Straßenschild: Schweinzmühle 1 km.“
(Anm. der Verfasserin: Dieses Schild wurde nach der Veröffentlichung dieses Leserbriefes gegen eine neues ausgetauscht……!?)

Auch wenn das „s“ in „Schweinsmühle“ der offiziellen amtlichen Schreibweise einerseits entspricht, erlauben wir uns als Eigentümer und Bewohner der ehemaligen Mühle diese Schreibweise zu ignorieren und unsere Schweinzmühle eben aufgrund der historischen Namensentwicklung andrerseits mit „z“ zu schreiben.